Haben Sie den Zug verpasst? Die Zahlen sagen: Nein.
Jul 07, 2026
Liebe Leserin!
Lieber Leser!
Eine Teilnehmerin hat mich kürzlich gefragt: „Stefan, haben wir den Zug schon verpasst?"
Sie meinte KI.
Ihr Feed sei voll davon. Jeden Tag ein neues Tool, ein neuer Agent, eine neue Erfolgsgeschichte. Da entsteht schnell das Gefühl, die ganze Welt sei längst weiter als man selbst.
Ich habe mir die Zahlen angeschaut. Ergebnis: Nein. Sie haben nichts verpasst.
ChatGPT hat im Juni 2026 die Marke von 1 Milliarde monatlichen Nutzern überschritten. Eindrucksvoll. Bei rund 8,2 Milliarden Menschen weltweit sind das aber gerade einmal gut 12 Prozent der Menschheit.
Zahlend? Noch weniger. Mehr als 50 Millionen Menschen abonnieren ChatGPT kostenpflichtig – das ist weniger als 1 Prozent der Weltbevölkerung.
Der seriöseste verfügbare Datensatz dazu, Microsofts „AI Diffusion Report", kommt für die aktive Nutzung irgendeines KI-Tools auf 16 bis 18 Prozent der erwerbstätigen Weltbevölkerung. Umgerechnet auf 100.000 Menschen: rund 82.000 haben noch nie aktiv ein KI-Tool genutzt.
Und selbst innerhalb der knapp 18 Prozent ist die Spannweite riesig. Wer einmal im Monat eine E-Mail von ChatGPT umformulieren lässt, taucht in der Statistik genauso auf wie jemand, der täglich Agenten baut und Prozesse automatisiert. Beide zählen als „Nutzer". Die Gruppe, die das Thema wirklich durchdringt, ist also nochmal deutlich kleiner als die ohnehin schon kleine Gruppe der „Nutzer" insgesamt.
Warum wirkt das von außen trotzdem anders?
Weil genau diese kleine Gruppe gleichzeitig fast den gesamten Content dazu produziert. Sie ist in jedem Feed, auf jeder Bühne, in jedem Kommentar. Ihre Lautstärke hat nichts mit ihrer Anzahl zu tun.
Was heißt das für Ihre Kanzlei?
Sie müssen niemandem nachlaufen. Die Realität ist: fast jede Kanzlei steht ungefähr da, wo Sie stehen.
Der Vorsprung entsteht nicht durch das nächste Tool, das Sie ausprobieren. Er entsteht durch das eine Tool, das Sie wirklich in einen Prozess einbauen – und durch das Dranbleiben, bis es läuft.
Mein Rat: Fangen Sie in der Produktion an. Konkret: bei KI im Rechnungswesen.
Nicht, weil es das spektakulärste Einsatzfeld ist. Sondern weil dort der größte und am leichtesten messbare Zeitfresser Ihrer Kanzlei sitzt.
Eine Warnung vorab, damit Sie nicht enttäuscht werden: Die tatsächliche Zeitersparnis zeigt sich nicht in der ersten Woche. Sie zeigt sich erst nach der Implementierungsphase – wenn Ihre Mitarbeiter den neuen Ablauf verinnerlicht haben, wenn Stammdaten und Schnittstellen einmal saubergezogen sind, wenn aus „Tool ausprobieren" ein „Prozess" geworden ist.
Wer das vorher weiß, gibt nicht nach drei frustrierenden Wochen auf. Wer es nicht weiß, bricht genau dort ab, wo der eigentliche Gewinn erst beginnt.
Hier sehen Sie, wie Sie mit Supercount.ai zur Buchhaltungsfabrik werden.
Herzlichst
Ihr Stefan Eisl