Wer schreit, dem geht es noch gut. Was Kanzleien von der Notaufnahme lernen sollten.
Aug 16, 2026
Liebe Leserin, lieber Leser!
In jeder Notaufnahme gilt ein eisernes Prinzip: Triage. Behandelt wird nicht, wer am lautesten ruft. Behandelt wird, wer es am dringendsten braucht. Denn die Erfahrung lehrt: Wer schreit, dem geht es noch gut. Der stille Patient in der Ecke ist der kritische.
Und jetzt schauen Sie ehrlich auf Ihre Kanzlei.
Wer bekommt bei Ihnen die schnellste Reaktion? Der Mandant, der dreimal anruft. Die E-Mail mit den meisten Ausrufezeichen. Der Mitarbeiter, der am häufigsten an der Tür steht. Ihre Kanzlei behandelt nach Lautstärke, nicht nach Wichtigkeit.
Die Folgen kennen Sie: Ihre besten A-Mandanten sind still, denn sie sind zufrieden und gut organisiert. Also bekommen sie Ihre wenigste Aufmerksamkeit. Ihre wichtigsten Vorhaben schreien auch nicht: Die Honoraranpassung, die Nachfolgeplanung, die Digitalisierungsentscheidung warten geduldig, seit Monaten. Und Ihre Zeit fließt stattdessen in die lautesten fünf Prozent.
Das ist kein Charakterfehler. Es ist ein fehlendes System. Triage heißt für die Kanzlei:
Dringend ist nicht dasselbe wie wichtig. Wer das nicht trennt, wird von fremden Prioritäten geführt.
Reihenfolge nach Regeln, nicht nach Lautstärke. Feste Reaktionszeiten für Anfragen, feste Fokuszeiten ohne Unterbrechung, klare Zuständigkeiten, damit nicht jede Frage beim Chef landet.
Die Stillen aktiv aufsuchen. Die besten Mandanten, die wichtigen Vorhaben, die leisen Mitarbeiter: Wer nicht schreit, braucht einen festen Platz im Kalender, sonst verliert er immer.
Wie Sie Ihre Woche so bauen, dass die wichtigen Dinge zuerst drankommen und nicht die lauten: Genau darum geht es im kostenlosen Webinar „Zeit gewinnen" am 26. August um 12:00 Uhr.
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Herzlichst
Ihr
Stefan Eisl