Arbeitsbuch · 244 Seiten · 37 Arbeitsteile

Leseprobe: Mein persönlicher Kanzleierfolg

Sie lesen hier den Auftakt zu Teil I und zwei vollständige Arbeitsteile, wortgleich aus dem Buch. Kein Werbetext, sondern der Stoff selbst.

Dieses Buch erklärt Ihnen nicht, wie eine Kanzlei zu führen ist. Es stellt Ihnen siebenunddreißig Mal eine Frage und lässt Platz für Ihre Antwort. Den größeren Teil davon schreiben Sie.

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Warum das Mühsame zuerst kommt

Teil I · Startpunkt · Auftakt

Ein renommierter Steuerberater mit fünfundfünfzig Jahren und vierzig Mitarbeitern beschäftigt sich nicht mit den Fragen, die einen fünfunddreißigjährigen Gründer mit zwei Mitarbeitern umtreiben.

Zwei verschiedene Voraussetzungen, zwei verschiedene Startpunkte. Und das ist keine Frage der Einstellung. Ich bin fünfunddreißig oder ich bin fünfundfünfzig. Ich habe zwei Mitarbeiter oder vierzig. Ich habe hundert Mandanten oder tausend. Daran ändert keine Entscheidung etwas.

Das ist gegeben
  • Mein Alter und meine verbleibende Schaffenszeit
  • Die Größe meines Teams, heute
  • Die Zahl und die Art meiner Mandate
  • Meine Fähigkeiten und mein Ausbildungsstand
  • Die Rahmenbedingungen, in denen ich arbeite
Das wähle ich
  • Für wen ich arbeiten will
  • Worin ich Experte sein will
  • Wie groß ich werden will, und ob überhaupt
  • Wofür mein Name stehen soll
  • Welchen Hut ich in fünf Jahren tragen will
Den Startpunkt können Sie nicht wählen. Nur feststellen. Deshalb kommt er zuerst, und deshalb wird er gemessen und nicht geschätzt.

Die nächsten Seiten sind Arbeit. Sie rechnen, Sie zählen, Sie tragen Zahlen ein, die Sie vielleicht lieber nicht wüssten. Der Teil danach macht mehr Freude, denn dort wählen Sie. Aber keiner von beiden nützt Ihnen allein.

Einen Abstand kann man erst messen, wenn beide Werte vorliegen. Deshalb kommt zuerst das Mühsame. Nicht aus Strenge, sondern aus Arithmetik.

Arbeitsteil 1 Prinzip

Wie dieses Buch funktioniert

Zeit
20 Minuten
Unterlagen
Nichts. Nur Zeit
Ergebnis
Sie wissen, wie dieses Buch aufgebaut ist und was Sie erwartet

Drei Schritte, immer in dieser Reihenfolge. Wer sie vertauscht, bekommt einen Plan, der zu jemand anderem gehört.

Stellen Sie sich vor, jemand will einen Ironman finishen. Er fragt nicht zuerst nach dem Trainingsplan. Er fragt zuerst, wie fit er heute ist. Dann, wann er starten will und mit welchem Ziel: ankommen oder aufs Podium. Erst aus beidem ergibt sich, was er trainieren muss.

Ein Trainingsplan ohne Startpunkt ist Kopieren. Ein Trainingsplan ohne Ziellinie ist Beschäftigung. Beides kommt in Kanzleien häufiger vor als beides zusammen.

Die zwei Fragen, die immer wiederkehren

Die zwei Prüffragen

Habe ich heute bereits Kunden, die mein zukünftiges Ich auch haben will?

Tue ich heute bereits das, was ich später tun will?

Diese beiden Fragen messen den Abstand zwischen Ihrem Heute und Ihrem Zielbild. Sie tauchen in Teil IV wieder auf, und dann haben Sie die Zahlen, um sie ehrlich zu beantworten.

Prinzip, Hilfsmittel, System

Drei Wörter, die in diesem Buch nicht dasselbe bedeuten. Sie erkennen am Rand jeder Seite, womit Sie es gerade zu tun haben.

Ein Prinzip ist eine Haltung. Es sagt, wonach entschieden wird. Prinzipien sind wertvoll und für sich allein folgenlos.

Ein Hilfsmittel ist ein Werkzeug. Eine Vorlage, eine Liste, eine Rechnung. Hilfsmittel sind nützlich und für sich allein richtungslos.

Ein System entsteht erst, wenn beides zusammenkommt. Ein Prinzip, das sagt, wonach entschieden wird, und ein Hilfsmittel, das es festhält, damit auch jemand anderes danach entscheiden kann als Sie.

Deshalb scheitert Delegation so oft. Man gibt jemandem das Hilfsmittel und behält das Prinzip im Kopf. Dann kommt die Arbeit zurück, und man hält den anderen für unfähig.

Was Sie am Seitenrand sehen

ZeichenArtWas Sie dort erwartet
Kopf mit WaagePrinzipEin Gedanke, nach dem Sie entscheiden. Wenig zu schreiben
WerkzeugkastenHilfsmittelEine Übung, eine Rechnung, eine Liste. Viel zu schreiben
ZahnräderSystemBeides zusammen. Hier entsteht etwas, das ohne Sie funktioniert
Übertrag in den Ergebnisbogen Warum ich dieses Buch aufgeschlagen habe
Es folgen Arbeitsteil 2 · Die vier Jahreszeiten des Lebens
Arbeitsteil 3 Hilfsmittel

Das Maßband

Zeit
30 Minuten
Unterlagen
Ihr Geburtsdatum. Und Ruhe
Ergebnis
Ihre verbleibende Schaffenszeit in Jahren, als Zahl

Jede Entscheidung, die Sie in diesem Buch treffen, braucht Zeit, um zu wirken. Die Frage ist, wie viel davon Sie noch haben.

Wir nehmen nicht das Ende Ihres Lebens. Wir nehmen das Ende Ihrer beruflichen Tätigkeit. Das ist eine andere Zahl, und es ist die, die zählt.

Zwei Fragen, die oft verwechselt werden

Wann höre ich auf zu arbeiten?

Wann höre ich auf zu leben?

Gehen Sie mit zweiundfünfzig, mit sechzig, mit siebenundsechzig? Manche sagen zweiundsiebzig. Einer hat einmal neunzig gesagt, und auch das ist eine Antwort. Es gibt hier kein Richtig. Es gibt nur Ihre Zahl.

Für die, deren Band kurz ist, müssen die Dinge schnell greifen. Für die, deren Band lang ist, ist es genauso klug. Denn was nicht wirkt, wirkt dann eben länger nicht.

Mein Maßband

Drei Zahlen, eine Minute. Danach wissen Sie, worüber Sie im Rest dieses Buches eigentlich entscheiden.

Mein Alter heute
Ihr Geburtsdatum
Das Alter, in dem ich meine berufliche Tätigkeit beenden will
Ihre Entscheidung. Das setzen Sie selbst
Meine verbleibende Schaffenszeit in Jahren
Die Differenz aus beidem
Beispiel Hofer ist vierundvierzig. Er will mit zweiundsechzig aufhören, aber ab sechzig nur noch zwei Tage die Woche arbeiten. Bleiben achtzehn Jahre, davon sechzehn in vollem Einsatz.
Was mir beim Aufschreiben dieser Zahl durch den Kopf gegangen ist
Was in dieser Zeit auf jeden Fall passiert sein soll

Was das Maßband mit dem Rest des Buchs macht

Von dieser Seite an hat jede Entscheidung in diesem Buch eine Frist.

Ein Regelbuch zu schreiben dauert ein halbes Jahr. Einen Mitarbeiter zu befähigen, der es trägt, dauert länger. Eine Positionierung wirkt nach zwei bis drei Jahren. Eine Nachfolge braucht fünf. Legen Sie diese Zeiten neben Ihre Zahl.

Was Sie vorhabenBis es wirktPasst das in Ihr Band?
Preise anhebendrei bis zwölf Monate
Ein Mandat trennensechs bis achtzehn Monate
Ein Regelbuch bauen und übergebenein bis zwei Jahre
Eine Positionierung durchsetzenzwei bis drei Jahre
Eine Kanzlei übergabefähig machenvier bis sieben Jahre
Wenn Ihr Band kürzer ist als die Summe Ihrer Vorhaben, ist das kein Grund zur Eile. Es ist ein Grund zur Auswahl.
Übertrag in den Ergebnisbogen Meine verbleibende Schaffenszeit
Es folgen die Arbeitsteile 4 bis 37 · Die Münze · Meine Werte · Meine Stärken · Die drei Hüte · Die drei Preisschilder · Meine Kanzlei auf einer Seite · Meine Ziellinie · Meine Lücke · Mein Honorarmodell · Mein Regelbuch · Mein erster Schritt

So geht es siebenunddreißig Mal

Jeder Arbeitsteil ist gleich gebaut: Zeit, Unterlagen, Ergebnis. Dann der Stoff, dann die Übung, dann eine Übertragszeile. Alle Überträge laufen am Ende auf einem einzigen Bogen zusammen.

Ein Arbeitsbuch ist kein Buch über Kanzleiführung. Es ist ein Buch über Ihre Kanzlei, und den größeren Teil davon haben Sie geschrieben.

Mein persönlicher Kanzleierfolg · Leseprobe
© 2026 Kanzleiführung mit System · Stefan Eisl